Schweiz
Fähre
Schafherde
Küstenstrasse vor Alghero
Bosa
Bosa Marina
Bosa
Bosa
Bosa
Nuraghe bei Macomer
Tharros
Minihotel Su Boschettu - Pauli
Arbarei
Marmilla
Antipasti
Wein
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Bosa - Pauli Arbarei - Cala Gonone
Unsere Sardinienreise vom 22. Mai bis 4. Juni 2005
Frank und Grit, Deutschland |
Am 21. Mai 2005 treffen wir uns mit unseren Freunden Rudi und
Bine aus Roßlau. Wir kochen Spaghetti mit viel Olivenöl und
genießen so schon einmal die Vorfreude auf Italien, denn am
nächsten Morgen soll es losgehen.
Etwa ein halbes Jahr zuvor wurde geplant, sich informiert, im
Internet recherchiert, die Fährtickets gebucht, die Unterkünfte
gesichert.
Gleich vorweg: Gebucht haben wir über MMV-Reisen auf www.ferien-in-sardinien.com
und es war wirklich alles sehr gut organisiert - ein dickes
Lob an MMV-Reisen.
Gut geschlafen geht es um 06.30 Uhr los, wir fahren mit dem
Passat TDI von Rudi und Bine - vor uns liegt die Strecke Roßlau-Genua
. Am Abend um 20.30 Uhr soll die Fähre ablegen. Wir haben gute
Laune, die Zeit vergeht schnell, in Österreich wird voll getankt,
dann durch die schöne Schweiz und gegen 18.00 Uhr hat Rudi die
1066 km abgespult, wir stehen in Porto-Genua.
Bis zum Einchecken auf die TERRENIA-Fähre verbringen wir die
Zeit im Fährhafen-Center. Wir beziehen unsere 4-Bett-Innenkabine
mit Dusche und WC, machen uns frisch, bestellen einen Tisch
im Bordrestaurant und genießen vom Oberdeck während des Ablegens
den Blick auf Genua.
Nach dem Essen (Pasta, Risotto, Formaggio) gibt's in der Bar
noch einen Ramazotti und dann geht es in die Kojen.
Montag, 23. Mai 2005, 07.30 Uhr:
Pünktlich legt die Fähre in Porto Torres im Nordwesten von Sardinien
an. Der Himmel ist wolkenverhangen, im Laufe des Tages klart
er sich jedoch völlig auf und wir haben bis auf den letzten
Sardinientag ständig strahlenden Sonnenschein - unser Traumurlaub
kann beginnen.
Gebucht haben wir für unsere 12tägige Rundreise drei verschiedene
Unterkünfte: ein Hotel
in Bosa an der Westküste, ein Minihotel
(Agritourismo) in Pauli Arbarei im Landesinneren und ein
Strandhotel
in Cala Gonone an der Ostküste.
Auf dem Weg nach Bosa (etwa 75 km) wollen wir die Landstraße
nach Alghero benutzen und noch einen Abstecher an die Küste
unternehmen. Noch keine 30 Minuten vom Hafen entfernt, das erste
Hindernis - eine Schafherde versperrt uns den Weg.
Der freundliche Hirte setzt sich in sein Auto und fährt vor
uns, um uns den Weg freizubahnen. Der Hirtenhund läuft 20 Meter
vor der Herde und es scheint als kümmere er sich um sonst etwas,
aber nicht um seine Schafe. Jedenfalls ein lustiger Anblick.
Bei einer kleinen Bar halten wir an um zu frühstücken, es gibt
Croissants und Cappuccino. An der felsigen Küste machen wir
Halt und genießen einen weiten prächtigen Ausblick.
Den nächsten Zwischenstop in Alghero nutzen wir für einen Altstadtbummel
durch die engen wunderschönen Gassen, unsere Frauen besuchen
die ersten Schuhläden.
Ein leckeres Eis aus einer Gelateria und weiter geht es auf
einer atemberaubenden Panoramastraße entlang der Küste nach
Bosa, einem romantischen, fast veschlafenen Fischerörtchen,
unserem ersten Ziel.
In Bosa bleiben wir vier Nächte. Unser
Hotel Sa Pischedda ist einfach, die Zimmer sind ordentlich
und sauber. Von unserer großen Terrasse im vierten Stock haben
wir einen schönen Ausblick auf die Altstadt, den Temo (einziger
schiffbarer Fluß in Sardinien) und auf Marina-Bosa in Richtung
Meer.
Das Hotel hat ein schönes Restaurant, hier genießen wir am ersten
Abend das italienische Essen - sehr lecker.
Die folgenden Tage erkunden wir die Umgebung, bei einem Weinhändler
probieren wir den für diese Region bekannten Malvasiawein und
kaufen auch einige Flaschen für Zuhause.
Strandleben ist auch angesagt in Bosa Marina, einer kleinen
schönen Badebucht. Die Sonne brennt schon mächtig, da wir unseren
Sonnenschirm daheim vergessen haben und es bei dieser Hitze
kaum auszuhalten ist, kaufen wir uns einen für 8Euro - jetzt
geht es uns richtig gut.
Für den kleinen Hunger zwischendurch kaufen wir Brot, Mortadella
(hauchdünn geschnitten), Tomaten und natürlich Pecorino in allen
Reifesorten.
Bosa muß man erleben: der Altstadtbummel durch die engen und
steilen Gassen, den Capuccino vor einer kleinen Bar oder im
Straßencafe, ein Nachtspaziergang an der Promenade des Temo
mit den unzähligen kleinen Fischerbooten oder in der Pizzeria
auf italienisch bestellen - eben Dolce Vita.
Bei einem unserer Ausflüge führt uns der Weg nach Seneghe, einem
Ort, welcher für sein Olivenöl bakannt ist. Schon die Anfahrt
führt durch eine Landschaft, welche durch weite Olivenhaine
geprägt ist. Nachdem wir die Adresse eines Olivenölherstellers
(haben wir aus dem Reiseführer) nicht finden, fragen wir eine
Frau welche vor ihrem Haus steht.
Hier lernen wir die Hilfsbereitschaft der Sarden kennen, eine
zweite Frau gibt uns zu verstehen, wir sollten ihrem Auto folgen
und so führt sie uns durch die engen Straßen zur gesuchten Adresse.
Eine nette alte Frau ganz in schwarz gekleidet öffnet uns, ich
denke sie weiß was wir wollen, holt einen Schlüssel und geht
mit uns etwa 100 Meter die Straße hinunter.
Hinter einem großes Garagentor vor dem allerlei Unrat liegt,
befindet sich ihr Olivenölreich - Fässer, Kanister, Flaschen
und eine Abfüllanlage.
Wir kosten verschiedene Öle, entscheiden uns dann für eines
und lassen uns einen Fünfliterkanister für 35 Euro abfüllen.
Danach lädt die Dame uns noch in ihr Heim ein, wir sitzen am
großen Küchentisch, Gläser werden aufgedeckt und dann wird Mirto
eingeschenkt, in diesem Falle ein selbtgemachter Beerenlikör.
Es wird noch einmal nachgeschenkt, der Likör ist echt gut, wir
plaudern mit der Hausherrin - auch wenn wir nicht alles verstehen.
Stolz erzählt sie uns, daß ihr Öl auch an eine Firma in Deutschland
exportiert wird und beweist es uns mit einem Firmenbrief. Mit
Händedruck bedanken wir uns für die Gastfreundlichkeit und fahren
nach diesem schönen Erlebnis zurück nach Bosa.
Wir besuchen zum zweiten Mal das Schuhgeschäft in Bosa, Grit
und Rudi entscheiden sich jeweils für ein Paar Schuhe, für Grit
gibt's noch die passende Tasche dazu. Mit der Verkäuferin können
wir noch ein wenig handeln - so stimmt der Preis auch und Grit
ist die Freude anzusehen.
Am Freitag, den 27. Mai 2005 heißt es Abschied nehmen von Bosa.
Zum letzten Frühstück gibt es sogar noch einmal Salami und Käse
- keine Selbstverständlichkeit in Italien.
Wir fahren auf der SS129 bis Macomer, dann auf die Schnellstraße
SS131 in Richtung Cagliari. Wir haben alle Zeit der Welt und
die nutzen wir auch. Unterwegs besichtigen wir ein altes Nuraghendorf
der Ureinwohner von Sardinien.
Bei Oristano verlassen wir die Schnellstraße, wir fahren zur
Sinishalbinsel und wollen uns die antike Ruinenstadt Tharros
anschauen. Sie liegt auf einer kleinen Anhöhe und wir erleben
einen fantastischen Blick über den Golf von Oristano.
Die Ruinen reichen direkt bis ans Ufer, der ehemalige Hafen
der Stadt liegt heute noch unter dem Meer. Bei dem Blick über
die Ruinen mit zwei römischen Säulen zum Meer und den blauen
Himmel haben wir den Eindruck, auf ein riesiges Postkartenmotiv
zu schauen.
Auf der Rückfahrt von der Halbinsel besuchen wir San Salvatore,
ein Ort, der in ein mexikanisches Dorf umgebaut wurde und in
den sechziger Jahren als Kulisse für Westernfilme diente. Die
kleine Kirche sollte man unbedingt besuchen. Unter ihr befindet
sich eine kleine Tempelanlage.
Am Orsteingang wurde ein richtiger Westernsaloon errichtet,
in dem wir vor der Weiterfahrt noch einen Capuccino zu uns nehmen.
Die SS131 verlassen wir bei Sanluri, nun ist es nicht mehr weit
zum
Minihotel Su Boschettu bei Pauli Arbarei. Die Wegbeschreibungen
von MMV-Reisen sind sehr gut, wir finden das abgelegene Hotel
- unsere Unterkunft für die nächsten vier Nächte - auf Anhieb.
Wir sind angenehm überrascht, ein wunderschönes Landhaus inmitten
eines riesigen Olivenhain. Von der Hausherrin werden wir begrüßt,
unsere Zimmer sind sehr schön eingerichtet, schmiedeeiserne
Betten, ein kleiner Vorraum und ein großes Bad. Im großen rustikal
eingerichteten Speisesaal mit Kamin haben wir uns jetzt nach
der Ankunft erst einmal ein eiskaltes Bier verdient.
An diesem Tag treffen wir dann eine richtige und wichtige Entscheidung
die wir nicht bereuen werden: Wir beschließen am ersten Abend
hier im Hotel zu essen und so lernen wir die typische ländliche
sardische Küche kennen, mit allem was sie zu bieten hat.
Es gibt keine Speisenkarte, es wird alles frisch zubereitet,
gegen 20.00 Uhr ist die Tafel dann eingedeckt. Wir vier, ein
junges italienisches Pärrchen und ein Paar aus Deutschland sind
die einzigen Gäste im Haus.
Unser Schlemmerabend beginnt mit mehreren kleinen Antipasti:
Zuccini in Olivenöl, marinierte Auberginen, grüner Spargel mit
Pesto, Brot, Schinken, Landwurst, verschiedene Formaggios usw.
Der erste Hauptgang (Primi Piatti): Pasta mit Gemüse und Olivenöl.
Zum Essen gehört natürlich auch Wasser und Vino della Casa,
ein trockener roter Hauswein.
Jetzt sind wir schon etwas gesättigt, aber es geht weiter mit
dem zweiten Hauptgang (Secondi Piatti): eine große Platte mit
Schweine- und Rindersteaks wird serviert, gut gewürzt und zart.
Mein Gott, wer soll das nur alles essen fragen wir uns.
Der Wein schmeckt gut, wir bestellen noch einen Liter. An dieser
Tafel zu sitzen, in aller Ruhe einen Gang nach dem anderen zu
genießen ist einfach himmlisch.
Nun zum Dessert: frisch gebackener Kuchen, den ganzen Nachmittag
roch es im Hause schon danach. Es geht dem Ende entgegen mit
einem starken Espresso.
Zum Schluß stellt unsere wunderbare Köchin uns noch drei verschiedene
Flaschen Liköre auf den Tisch und deutet an, wir mögen so viel
trinken, wie wir meinen genug zu haben. !!!!! bestellen für
nächsten tage
Mit einem Kräuterlikör auf den gut gefüllten Magen lassen wir
diesen sehr schönen Abend gegen 23.30 Uhr ausklingen. |