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Bergwelt an der Ostküste

Bosa


wilde Erbse



 
 
Bitti/ Orune - Sennariola - Cagliari - S. Teresa di Gallura
Mai 2005 - Christian Th. , Deutschland

Sardinien war wunderschön! Nach 2 Wochen und knapp 2000 km Rundreise sind wir mit 1000 neuen und schönen Eindrücken wieder zurück auf unsere kleine - auch sehr schöne - Insel Rügen geflogen und wären gerne noch länger geblieben. Mit Sicherheit war es nicht das letzte Mal, dass wir gekommen sind.

Jetzt, kurz nach dem Urlaub sind wir uns einig, dass Costiolu (Agriturismo) die tollste Station war. Giovanni und Guiseppe waren so nett und auf diesem Hof hat man wirklich das Gefühl, dass man mitten im Landleben ist. Überall toben Hunde und Katzen, es ist immer etwas los und alles ist sehr authentisch und sehr familiär.
Die Tische biegen sich unter zahlreichen selbsthergestellten Produkten, eines leckerer als das andere. Die atemberaubende Aussicht auf das Tal von Nuoro und die dahinterliegenden Berge, das ursprünglich Umland des Hofes selbst, man wähnt sich im Paradies.

Der Hof Sa Murta ist auch sehr schön (vor allem als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Bosa, Alghero, Stintino), aber dadurch, dass die Stallanlagen von der Unterkunft getrennt sind und das Gebäude neu und nicht traditionell landwirtschaftlich genutzt ist, hat Sa Murta nicht ganz den Bauernhof-Flair, den Costiolu hat.
Sa Murta ist wohl eher auf die Zielgruppe der Wanderer und Ausflügler ausgerichtet, weniger auf Kinder. Giusa ist allerdings eine sehr nette Gastgeberin, die exzellentes Deutsch spricht.

Das waren auch Luisa Tedde und Mauro (B&B Tedde). Es war nicht nur ihre Wohnung, die uns gefallen hat (Nächte auf der Dachterrasse), sondern auch der Kontakt v.a. mit Luisa - ich hätte stundenlang mit ihr erzählen können.
Cagliari hat mir auch als Stadt mit seinem regen Treiben, dem chaotischen Verkehr, den vielen Cafés und den vielen sehenswerten Gebäuden gut gefallen, ich könnte dort leben.

Unsere letzte Station war Hotel La Funtana in Sta. Teresa Gallura, habt Ihr ja auch im Angebot.
Auch hier: Caterina war eine prima Gastgeberin, wir hatten sehr schöne Zimmer und Sta. Teresa und Umgebung (das surrealistisch anmutende Capo Testa, die Inselwelt um La Maddalena) waren sehr schön. Allerdings möchte ich nicht wissen, wie es dort im Sommer aussieht - wahrscheinlich zu deutsch.

Mir persönlich hat die Ostküste am besten gefallen, weil dort wildes Bergland (Orgosolo und Umgebung) und idyllische Küsten aufeinandertreffen.
Ebenso im Westen das schöne Städtchen Bosa, Stintino ganz oben im Norden, die Cafés überall auf Sardinien, der herrlich chaotische Autoverkehr in Cagliari und das dolce vita.

Nicht gefallen hat mir die Costa Rej, die wir nur im Vorbeifahren gesehen haben (Capuccino in Villasimius und kurz den Strand angeschaut). Zu deutsch, zu touristisch.
Aber selbst dort fällt auf, dass es keine wirklich üblen Bausünden gibt, wie z.B. in Benidorm in Spanien oder auf Mallorca. Die Feriensiedlungen sind halbwegs an die Landschaft angepasst gebaut worden.
Dennoch: für unseren Geschmack zu touristisch.

Ich habe mich überwiegend auf spanisch verständigt und das ging ganz gut. Auch ein Lächeln oder Augenzwinkern helfen immer weiter. So viele Leute haben uns freundlich angelächelt, uns Tips gegeben, sich mit uns unterhalten. Das war schon beeindruckend.
Gastfreundschaft ist ein hoher Wert, und in dieser Beziehung können viele Tourismusregionen Deutschlands noch sehr viel von Euch lernen. Falls man sowas überhaupt lernen kann.

Sardinien ist genauso groß wie unser Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, hat genauso viele Einwohner und eine etwa vergleichbar hohe Arbeitslosenquote.
Leider ist in unseren Breiten der Frust allgegenwärtig, auf Sardinien spürt man mehr Lockerheit und mehr Lebenslust.
Unsere jungen Leute verschwinden - nach Berlin, nach Hamburg oder sonstwohin -, bei Euch sieht man so viele junge Leute. Das ist erstaunlich!

Ein glückliches Händchen hatten wir auch bei der Wahl der Urlaubszeit:
Ende April / Anfang Mai lagen die Lufttemperaturen bei angenehmen 25° C, das Wasser war noch sehr kalt, aber als Insulaner sollte uns das nicht vom Baden abhalten.
Sardinien zeigt sich im Frühling in freundlicher Blütenpracht, im Sommer wird es uns vermutlich zu heiß und trocken sein.

Soweit erstmal meine Eindrücke....
  
 
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