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Blick von Fonni auf die Punta La Marmora


auf dem Weg zur Punta La Marmora


auf dem Weg zur Punta La Marmora


Wegweiser


Punta La Marmora - Gipfelkreuz

Punta La Marmora - Gipfelkreuz Marmortafel

Brunco Spina - Skilift

Porto Frailis - der Strand
 
Wanderung zur „Punta La Marmora“, dem „Dach Sardiniens“ - bei Fonni
Wanderung Juli 2005
Ursula Sch., Schweiz

Im Juli 2005 nahmen wir diese Herausforderung an und informierten uns über Anfahrtsweg und Wanderung. Wo kann man sonst noch relativ leicht auf den höchsten Berg eines Landes kommen? Und laut Wanderführer ist die Aussicht über die ganze Insel hinweg überwältigend!

Also machten wir uns an einem Sonntagmorgen auf den Weg. Die Autofahrt ab Punta Frailis, Tortolì dauerte 1 ½ Std. und führt rasch weg von der Küste und kurvenreich bergan. Die Dörfer werden seltener und die ursprüngliche Natur kann sich frei entfalten.

Wir fuhren über Fonni bis zum Bruncu Spina, wo der einzige Skilift! der Insel beginnt. Ab jetzt ging es zu Fuss weiter. Bepackt mit Proviant und vor allem viel Wasser machten wir uns auf den Weg.
Leider ist dieser nicht angezeichnet und es gibt auch keine Wegweiser. Mit Hilfe unseres Büchleins versuchten wir, uns zu orientieren. Da sah doch etwas nach Fusspfad aus, auch gut begehbar, richtig bequem wie in den Schweizer Bergen. Die Richtung war zwar nicht optimal, eigentlich sollte der Weg wohl viel steiler ansteigen.
Da kam uns ein Mann entgegen, von dem wir sofort annahmen, dass er ortskundig war. Mit etwas italienisch fragten wir ihn nach „la Marmora“ und dem Weg dorthin. Er deutete den steilen Hang hinauf, wo wir dann auf der Krete nach links weitergehen sollten. Jetzt mussten wir den bequemen Weg verlassen und steil bergan gehen, ohne Weg und über Gestrüpp und grössere und kleinere Steine hinweg.
Kühe weideten und in etwas Entfernung eine Pferdefamilie, Ställe und Zäune gibt es keine. Es wurde schon recht heiss und anstrengend und der ganze Aufstieg dauerte schon mal 45 Minuten.

Auf der Krete erhält man dann schon eine genauere Sicht der Berge und sieht in beträchtlicher Entfernung das Gipfelkreuz von „la Marmora“ locken. Der Weg führt zuerst der Krete entlang, wo man ab und zu den dort aufgestellten Zaun von der einen zur anderen Seite wechseln muss.
Jedoch sieht man den Weg gut und die Richtung ist auch klar, immer das Gipfelkreuz vor sich. Der Weg geht dann aber zuerst noch bergab, nur um nachher nochmals anzusteigen.
Da die Wege nicht markiert sind, haben Wanderer einen Teil des Weges mit gut sichtbaren Steintürmen gekennzeichnet. Auf diesem Abschnitt waren wir dafür sehr froh, weil der Weg an der Flanke des Berges „Xuxu“ verläuft und sich dort viel Geröll und Steinbrocken befinden. Da wäre die Orientierung sehr schwer gefallen, zumal man von da aus das Gipfelkreuz nicht mehr im Auge hat.
Dafür sehen diese Steintürme sehr hübsch aus. Wir haben auch gelesen, dass Wanderer selber auch solche Türme bauen sollen, um anderen zu helfen und finden das eine schöne Idee. In der Einsamkeit der sardischen Bergwelt fühlt man sich dann sofort nicht mehr so verlassen. Wir trafen dann auch noch ein paar andere Leute, und man grüsste sich freundlich auf italienisch.

Als wir das Gipfelkreuz und die Gedenktafel erreichten, waren wir gut 2 Stunden gewandert und freuten uns auf einen Imbiss aus dem Rucksack. Natürlich mussten wir zuerst noch Fotos schiessen und uns umsehen. Leider war die Aussicht nicht ganz so grossartig und umwerfend, weil in der Ferne feiner Dunst lag.

Aber das Gefühl auf dem „Dach Sardiniens“ zu stehen und die herrliche Insel zu Füssen zu haben und auch zu wissen, dass nach der Anstrengung schon bald wieder ein Bad im warmen blauen Wasser wartete, war wundervoll!

Der Rückweg führte uns beim „Xuxu“ der anderen Flankenseite entlang abwärts. Dort befinden sich noch kleine alte Steineichenwälder mit einer Wasserquelle für durstige Berggänger. Kühe weiden überall frei und versperren manchmal den Weg und immer wieder huschen Eidechsen vor den Füssen durch. Der Schiefer des Gennargentu glänzt wirklich silbern in der Sonne und ein kleines Stück davon muss man schon mittragen!
Der Weg führte dann über einen Übergang wieder in Richtung der Skilift-Bergstation. Doch es waren noch einmal einige Höhenmeter aufwärts zu erklimmen und die Hitze machte schon etwas zu schaffen. Oben auf der Krete angekommen, sieht man den Skilift und muss jetzt noch den Abstieg schaffen, der auch noch einiges abverlangt.
Am besten bewegt man sich nicht zu weit vom Skilift entfernt, damit man die Richtung behält. Unsere Wanderung dauerte 5 Stunden und verlangt schon einiges an Übung, gute Orientierung und körperliche Fitness. Man braucht sicher kein Spitzensportler zu sein, aber vor allem im Sommer ist die Anstrengung nicht für jedermann/frau geeignet.

Auf der Heimfahrt machten wir halt in einem verschlafenen Dorf, wo wir uns ein erfrischendes Getränk gönnten. Die Rückfahrt verlief angenehm und die schöne Bucht von Porto Frailis erwartete uns für ein erfrischendes Bad.

Für Gernwanderer ist dieser Ausflug wirklich zu empfehlen. Wir haben unsere Route aus den beiden aufgelisteten Büchern selber zusammengestellt. Zur Sicherheit sollte auch ein Handy mitgeführt werden, der Empfang ist optimal.

„abenteuer und reisen“, Sardinien, WDV-Verlag, München, Autor Peter Höh. Kapitel „Barbagia/Gennargentu, bequem auf die Punta La Marmora.

Wandern auf Sardinien, Dumont aktiv, Autor Andreas Stieglitz, ISBN 3-7701-5540-8.
  
 
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