Domus de Janas
 Nuraghe
Gigantengrab, Hochebene Siddi
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Sardinien ist eine antike Insel: über eintausend jungsteinzeitliche
Grabhöhlen, genannt „Domus de Janas“ (Feenhäuser), zeugen auch heute
noch von menschlichen Niederlassungen aus der Zeit 3500 – 2800 v.
Chr. (Kultur von Ozieri).
Charakteristisch für Sardinien sind jedoch vor allem die „Nuraghen“
aus der Bronzezeit (1500 – 500 v. Chr.).
Hierbei handelt es sich um teils durch Wälle verbundene Türme
aus losen Steinblöcken, welche manchmal sogar von einem kleinen
Dorf und schützenden Mauern umgeben wurden.
Besonders erwähnenswert sind der Nuraghe Losa (Abbasanta), der
Su Nuraxi Nuraghenkomplex (Barumini, UNESCO Welterbe), der Nuraghe
Palmavera (Alghero) und der Nuraghe Santu Antine (Torralba).
Interessant ist auch die nuraghische Siedlung „Tiscali“ in der
Einsturzdoline auf dem gleichnamigen Berg „Monte Tiscali" bei
Oliena.
In unmittelbarem Zusammenhang mit den Nuraghen stehen die prähistorischen
Steinkistengräber „Tombe dei Giganti“ (Gigantengräber, Dolmen,
Galeriegräber), welche dem Nuraghenvolk zur Bestattung dienten
und dem Stiergott geweiht waren.
Jedes Gigantengrab wurde aus vier seitlichen Steinplatten und
einer Deckplatte erbaut. Die Fassade wurde hingegen durch eine
teils bis zu drei Meter hohe Stele gebildet.
Nennenswert sind das Steinkistengrab „Li Muri“ und das Gigantengrab
„Coddu Vecchiu“ bei Arzachena, sowie „S’Ena e Thomes” bei Dorgali
(200 v. Chr.).
In Sardinien trifft man zudem die in Europa am südlichsten vorkommenden
„Menhire“ (perdas fittas, Hinkelsteine) an, wobei diese „steinernen
Grabwächter“ hier meist nur mannshoch sind. Man trifft sie überwiegend
in der Nähe von Gigantengräbern an.
Sehenswert sind außerdem die Brunnentempel, wie bspw. das Brunnenheiligtum
„Pozzo sacro di Santa Cristina“ (bei Macomer, entlang der Hauptstraße
SS131).
Hierbei handelt es sich um an Quellen entstandene Bauten nuraghischer
Sakralarchitektur.
Im Brunnentempel Santa Cristina führt eine trapezförmige Treppe
von der Oberfläche hinunter in einen ca. 2,5 m breiten und ca.
7 m hohen, perfekt erhaltenen Brunnenraum. Dieser wird vom Tageslicht
erhellt, welches mittels einer bis an die Oberfläche reichenden,
offenen Kragkuppel einfällt. Die optisch umgekehrte, anscheinend
an der Decke aufsteigende Treppe symbolisiert den transzendentalen
Aufstieg vom mystischen Urgrund in den Himmel. |